Aktueller Arbeitgeber: ITK Engineering AG / Rülzheim

Das Beherrschen einer Fremdsprache gilt in der heutigen Berufswelt fast als Selbstverständlichkeit. Darüber hinaus ist es ein Mehrwert, mit einer weiteren Fremdsprache vertraut zu sein. In diesem Sinne habe ich mich nach meinem deutsch-französischen Abitur im Jahre 2008 entschieden, ein binationales Studium zu beginnen. Der Studiengang der Fahrzeugtechnologie an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft (HSKA) ist mir damals in besonderer Weise aufgefallen.

Nun sind bereits 4 Jahre vergangen, seit ich an der École Nationale Supérieure de Mécanique et des Microtechniques de Besançon (ENSMM), der Partner-Hochschule der HSKA, meine erste Vorlesungen besucht habe; Ich kann mich gut daran erinnern, wie in Mécanique Générale plötzlich ganze Systeme wie Motorrad-Gabeln und Getriebe zur Untersuchungsgrundlage wurden. Meine Vorkenntnisse in Mechanik aus dem bisherigen Studium konnte ich somit endlich zur Anwendung bringen. Die ENSMM bietet neben einem Fokus auf Mechanik eine breitgefächerte Ausbildung d´ingénieur généraliste, bei der zahlreiche Fachbereiche behandelt werden. Diese Erfahrung ermöglicht es mir heute, offen auf neue Thematiken zuzugehen.

Ich habe nun seit einer Woche mein 5½-jähriges Doppelstudium abgeschlossen und bin froh, die Entscheidung für diesen oftmals anspruchsvollen Weg getroffen zu haben. Die französische Sprache über den Alltagsgebrauch hinaus bis in wissenschaftliche Felder hinein zu nutzen, war eine besondere Erfahrung. Vor allem bietet ein Studium in verschiedenen Städten deutlich mehr Abwechslung, als durchgehend an einem Ort zu bleiben. Besançon, eine mittelgroße Stadt, ist Hauptort der Region Franche-Comté und bietet eine große studentische Gemeinschaft. Die Stadt weist neben den damit verbunden Möglichkeiten wie die Bar de l´U zahlreiche Attraktionen im Umland auf. So kann man auf den Bergen der Umgebung z.B. sehr gut mountainbiken.

Im Anschluss an meine Masterthesis bei der Firma ITK Engineering AG, habe ich mein letztes Semester an der ENSMM absolviert. Die Vertiefungsrichtung Ingénierie de l´Innovation bietet nach einem langen, technisch-orientierten Studium neue Perspektiven. Neben frei-wählbaren Quermodulen wie Web-Programmierung und Optimierungsmethoden, werden Ingenieursfächer mit Bezug zur Wirtschaft behandelt. So zählen Marketing oder Competitive Intelligence zu den Haupfächern. In Innovationsprojekten können mit renommierten Firmen neue Konzepte entwickelt werden (z.B. mit dem französischen Werkzeugmacher Facom) und mit Wettbewerbsclustern Vorhaben zur lokalen Wirtschaftsförderung (unter anderem im Automobilbereich) behandelt werden.

Rückblickend kann ich behaupten, dass mein Doppelstudium eine große Herausforderung und gleichzeitig eine wertvolle Erfahrung war. Selbstverständlich sind mit dem Doppelstudium große persönliche Einsätze verbunden, jedoch vereinfacht es den Kontakt zu Firmen und dies bereits bei der Suche nach Abschlussarbeiten. Auch wenn Frankreich ein direktes Nachbarland ist, so bietet ein dortiger Aufenthalt kulturell nicht zu unterschätzende Erlebnisse. Vor allem begegnet man bei jüngeren Kommilitonen aus den Classes Préparatoires meist einer ganz anderen Biografie, als dies in deutschen Studentenkreisen der Fall ist. Auch wird der Englischunterricht in französischen Ingenieursschulen mit besonderer Sorgfalt durchgeführt. Zu guter Letzt bieten die französische Lebensart und die Gastronomie besondere Erlebnisse, an denen man als Gast immer wieder Freude findet.

Rückfragen von Interessenten beantworte ich gerne via Mail: ferdinand.schaefer@h-ka.de