Aktueller Arbeitgeber: Daimler AG

Montagmorgen erste Stunde “Economie“, ich sitze in der zweiten von drei Reihen in einem Raum mit zwanzig Studenten. Monsieur Parrang betritt den Raum und übergibt uns die ausgedruckten und gebundenen Skripte, merkwürdig wenn man nicht zur Druckerei rennen muss, denke ich mir.

Ich beginne also in meinem Skript zu blättern, um zu sehen, was mich erwartet, das Französisch um mich herum habe ich ehrlich gesagt ausgeblendet, als auf einmal alles leise wird und mich ansieht. Allem Anschein nach hat der Professor mir eine Frage gestellt ich rette mich mit „Excusez-moi je suis Allemand.“ Einer der Sätze, die ich in den nächsten Tagen noch öfter benutzen werde. Gerne auch: „Je ne comprend pas, vous pouviez répéter ça?“.

Monsieur Parrang, der wie viele Professoren, von Deutschland schwärmt, nimmt sich die Zeit und erklärt mir nochmal was zu tun ist.

Zweite Vorlesung: Mechanik im modernen Hörsaal oder „Amphi“ mit dem kompletten Semester. Die erste Folie ist mir bis heute noch in Erinnerung geblieben, das Bild eines Motorrads, das wir skizziert und analysiert haben. Für mich wurde hier zum ersten Mal der Praxisbezug der Theorie in Mechanik deutlich.

Wie sicherlich viele von euch, hatte auch ich anfangs Probleme und Bedenken, ob meine damals fast nicht vorhanden Französisch Kenntnisse für ein Studium im Ausland ausreichen. Zugegeben die ersten Wochen waren erschlagend. Alles war neu, die Stadt, die Leute und vor allem die Sprache. Doch nach mittlerweile sechs Monaten sind die Unterschiede gravierend. Mein Hörverständnis ist enorm gestiegen, beim Sprechen bin ich mir da noch nicht sicher, allerdings sehen auch das, meine französischen Kommilitonen schon ganz anders.

Zudem befindet man sich im ersten Semester im Praktikum an der FEMTO-ST, dem Forschungsinstitut neben der ENSMM, so dass man noch keinen Lernstress durch anstehende Prüfungen hat. Es ist also genügend Zeit da, um sich einzuleben und die französische Sprache zu erlernen.

Im Praktikum arbeitet jeder Student zusammen mit einem sehr geduldigen Mentor an einem individuellen Projekt. Es gibt außerdem die Möglichkeit, drei Fächer aus dem kommenden Semester zu besuchen, was den Einstieg in das Semester erheblich erleichtert.