Mein Studium im deutsch französischen Studiengang Maschinenbau und Mechatronik (damals nur Fahrzeugtechnologie) begann im WS 2004/05 und endete nach dem SS 2009. Nach dem Doppelstudium trage ich die Titel Dipl.-Ing. (FH) sowie "Ingénieur diplômé de l’ENSMM".

Der Doppeldiplomierung kann man sicherlich bezüglich Ausbildung und Berufschancen einen Mehrwert gegenüber einem gewöhnlichen Ingenieursstudium beimessen. Den wahren Wert bei diesem Studium sehe ich allerdings außerhalb des Hörsaals, vor allem während des Auslandsaufenthalts in Besançon. Man kann einerseits die unterschiedlichen Sitten und Gebräuche hautnah erleben und gleichermaßen unheimlich viele Gemeinsamkeiten zwischen Franzosen und Deutschen entdecken. Sogar in der französischen Sprache, die anfangs sehr befremdlich wirkte, sah ich im Laufe dieses Studiums ein Bonbon! Als Student innerhalb der Fakultät Maschinenbau und Mechatronik profitiert man von den guten Beziehungen zwischen den beiden Partnerhochschulen. An der Hochschule Karlsruhe erledigen der Programmbeauftragte und das Akademische Auslandsamt bereits die größten Formalitäten zur Zulassung am Austauschprogramm. Als Student sollte man eine gesunde Freude für Naturwissenschaften und für Mathematik mitbringen und für interkulturelle Begegnungen offen sein.Das Studium an der französischen Partnerhochschule findet nicht an einer Universität, sondern an einer Grande École für Ingenieure statt, zu der man normalerweise nur über einen Wettbewerb (concours) Zugang hat. In Frankreich sind die Vorlesungszeiten erheblich länger als in Deutschland, auch der Unterrichtsstil erinnert eher an die Schulzeit. Die Ausbildung zum Ingenieur umfasst ein breites Spektrum. Die Kernfächer an der ENSMM sind neben Mechanik und Konstruktionslehre auch Elektronik, Optik und Regelungstechnik. Neben Vorlesungen und Tutorien werden auch ausgiebige Laborveranstaltungen durchgeführt. Die Klausuren sind selbstverständlich auf Französisch. Am Ende des Semesters werden in einer Klausurwoche ein ganzes Packet an Examen durchgeführt, aber auch während dem Semester sind Klausuren abzulegen. Anhand der vergebenen Credits wird das Semester validiert und in einer Rangliste sieht man am Semesterende den Vergleich zu allen anderen Kommilitonen. Die Anrechnung der Studienleistungen zwischen den beiden Partnerhochschulen ist unkompliziert und wird zusammen mit dem Programmbeauftragten erledigt.

Während des „Troisième Année“ studierte ich in der Vertiefungsrichtung "Microsystèmes et Santé". Zusammen mit dem abschließenden "Projet Fin d'Étude" in der Medizintechnik konnte ich meinen Horizont in einer anderen Ingenieursdisziplin erweitern. Nach dem Studium werde ich mich nun für beide Länder auf dem Arbeitsmarkt in Position bringen.